Weibliche Dominanz: Keuschhaltung

Die Keuschhaltung des Mannes durch eine dominante Frau stellt eine der spannendsten Spielarten im Bereich Femdom bzw. BDSM dar. Im ersten Teil meines Artikels möchte ich auf die Theoretische Seite der Keuschhaltung eingehen.

Keuschhaltung in einer Female led relationship

Dem ein oder anderen ist Keuschhaltung vielleicht schon ein Begriff, insbesondere beim Konzept der weiblich geführten Beziehung spielt die Keuschhaltung des Mannes eine zentrale Rolle. In einer FLR geht es dabei weniger um den sexuellen Reiz des Spiels, als vielmehr darum, den Mann auf die Frau zu fokussieren, also seine ungeteilte Aufmerksamkeit sicherzustellen. Dies wird dadurch gewährleistet, dass die Frau Kontrolle über die Triebbefriedigung des Mannes erhält, im Klartext: Der Mann darf nur dann „kommen“, wenn die Frau es wünscht oder erlaubt. In aller Regel wird sie es nur dann erlauben, wenn sie mit dem Verhalten des Mannes zufrieden ist.

Theorie der Keuschhaltung im Rahmen einer Femdom-Beziehung

Auch in überwiegend sexuell motivierten Femdom-Malesub-Verhältnissen stellt die Keuschhaltung eine spannende Spielart dar. Die Keuschhaltung des Mannes versetzt die Frau in die Lage, den Mann wie Wachs in ihren Händen zerfließen zu lassen.

Der Kern dieser Praktik besteht darin, dass der Mann die Entscheidungsgewalt über den eigenen Orgasmus in die Hände seiner Herrin bzw. Partnerin legt. Sie wird dann über die Gewährung oder die Verweigerung seiner sexuellen Befriedigung entscheiden.

Je länger eine dominante Dame einem Mann den Orgasmus verweigert, desto „unruhiger“ wird er werden und desto motivierter wird er sich bei der Erledigung etwaiger Aufgaben zeigen. Die Ursache dafür ist, dass die eigene Triebbefriedigung für den Mann einen Großteil der eigenen Überlegung und inneren Beschäftigung darstellt. Der Mann denkt also viel über seinen Orgasmus nach, vor allem kreisen seine Gedanken über die Befriedigung seines Triebes. Nimmt eine dominante Frau ihm nun die Möglichkeit, sich diese Befriedigung z.B. durch Masturbation selbst zu verschaffen bzw. selbst zu entscheiden, wann er einen Orgasmus hat, wird er seine Gedanken auf die Person lenken, die das für ihn entscheidet. Übernimmt also eine Frau die Kontrolle über die Häufigkeit und den Zeitpunkt des männlichen Orgasmus, so kann sie sicher sein, dass er einen großen Teil seiner Aufmerksamkeit in ihre Richtung lenken wird, um von ihr die Möglichkeit und die Erlaubnis zu erhalten, sich Erleichterung zu verschaffen.

Hierbei kann man feststellen, dass je länger sich die Keuschhaltung hinzieht, desto weiter wird der Mann gehen, um einen Orgasmus zu erhalten. Dies kann soweit gehen, dass er schlussendlich auch in Dinge einwilligt, die ihm großes Unbehagen bereiten oder zu denen er unter unkeuschen Bedingungen nicht bereit gewesen wäre.

Eine Luststeigerung auf beiden Seiten wird in diesem Spiel unter anderem dadurch erreicht, dass sich bei geschickter Dosierung dieser Praktik eine unheimliche Spannung zwischen beiden Partnern aufbaut. Die Frau wird ein völlig neues Machtgefühl spüren und kann sich an einem folgsamen, geradezu handzahmen Mann erfreuen. Vor allem wird die Frau eine gewisse „Zuvorkommende Art“ des Mannes feststellen. Außerdem wird der devote Mann eine höhere Aufmerksamkeit gegenüber den verbalen und nonverbalen Signalen der Frau an den Tag legen um seiner Herrin bzw. Partnerin zu gefallen. Gerade beim Thema der nonverbalen Kommunikation tun sich keusche Männer erstaunlicherweise deutlich einfacher als Männer, die selbst über ihren Orgasmus entscheiden dürfen.

Der Mann hingegen wird in aller Regel seine wenigen Orgasmen deutlich intensiver erleben, außerdem stellt die Ungewissheit über den Zeitpunkt der nächsten Befriedigung, bzw. die Dauer der Keuschhaltung, einen großen Reiz für viele Männer dar. Weitere Aspekte sind natürlich die Hingabe und der große Vertrauensbeweis, den ein Mann durch die Einwilligung zur Keuschheit der Frau entgegenbringt. Ein devoter Mann sucht ja oft nach einer geeigneten Möglichkeit, seiner Angebeteten einen entsprechenden Beweise seiner Treue entgegen zu bringen.

Ein keuscher Mann wird in der Regel seine sexuellen Aktivitäten, Gedanken und Avancen nicht auf mehrere Frauen verteilen, wie es Männer oft tun. Insbesondere, wenn die Keuschhaltung mittels einer mechanischen Vorrichtung, wie etwa einem Peniskäfig, überwacht und durchgesetzt wird, ist ein Fremdgehen oder sogar schon ein Fremdflirten in aller Regel ausgeschlossen. Im Unterbewusstsein des keusch gehaltenen Mannes manifestiert sich nach und nach die Information, dass nur seine Partnerin, Spielpartnerin oder auch Herrin die Macht hat, ihm einen Orgasmus zu verschaffen bzw. zu gestatten. Steigt die sexuelle Spannung zwischen dem Mann und der Frau durch die Keuschhaltung auf der einen Seite, so berichten viele Männer gleichzeitig davon, dass sie durch die Keuschhaltung insgesamt deutlich mehr zur Ruhe kommen. Das Wissen, dass alleine eine Frau über einen Orgasmus entscheidet, wirkt sich dahingehend auf die Männerwelt aus, dass diese im Alltag deutlich weniger Zeit damit verbringen, der Erfüllung ihres Sexualtriebes nachzugehen. Es wird sogar davon berichtet, dass Männer deutlich produktiver im Arbeitsleben sind, wenn sie ihre Sexualität in die Hände einer dominanten Frau legen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Keuschhaltung des Mannes:

  • Den Mann auf die Frau fokussiert
  • Der Frau die Kontrolle über die sexuelle Aktivität des Mannes gibt und damit ein sehr wirkungsvolles Machtinstrument in die Hand gibt
  • Sich die wenigen Orgasmen des Mannes deutlich intensiver gestalten
  • Der Mann im Alltag keine Anlässe mehr hat, etwa durch Flirten auf sexuelle Kontakte mit anderen Frauen hinzuwirken
  • Der Mann deutlich aufmerksamer gegenüber der Frau wird
  • Die Ungewissheit über den Zeitpunkt des nächsten Orgasmus einen starken Reiz auf den Mann ausübt
  • Der Mann seine Sexualität deutlich bewusster erlebt und als Geschenk der Frau ansieht
  • Die Frau sich an einem Mann erfreuen kann, der wie Wachs in ihren Händen zerschmilzt und sich ihr bedingungslos unterordnet

Ich hoffe, dass diese theoretischen Ausführungen einen ersten Einblick in das Thema Keuschhaltung geben, im zweiten Teil werde ich mich dann mit der praktischen Seite der Keuschhaltung beschäftigen.

Hier geht es zum zweiten Teil.