Keine Angst vor dem Gebrauch des Rohrstocks

Auch wenn ich niemand bin, der BDSM für eine Ansammlung von Praktiken hält, sondern für mich vor allem das Spannungsfeld zwischen zwei Menschen, die sich auf ein Machtgefälle zugunsten der Dame einlassen im Vordergrund steht, gibt es durchaus Praktiken die mir mehr oder auch weniger liegen. Eine dieser Praktiken ist die körperliche Züchtigung des Mannes. Die BDSM-Spielzeug-Industrie hat zu diesem Zweck ja ein ganzes Arsenal an Instrumenten erdacht, vom rosafarbenen Herzchen-Paddle aus Kunstleder bis hin zur mehrere hundert Euro Teuren Edel-Reitgerte mit Swarovski-Kristallen.

Ich persönlich habe schon immer klassische Instrumente bevorzugt, die nicht eigens für BDSM-Spielarten erdacht wurden, sondern eher im Haushalt zu finden waren. Gürtel und Kochlöffel waren mit die ersten Dinge, die man so ausprobiert hat. Inzwischen nutze ich eigentlich nur noch eine etwas längere Springgerte mit einer breiten Klatsche oder – und den häufiger und  bevorzugt – den Klassiker unter den Züchtigungsinstrumenten: Den Rohrstock!

Natürlich hinterfragt man sich als dominante und sicherlich etwas sadistische Frau durchaus ab und an, warum man tut was man tut und warum das Mittel der Wahl der Rohrstock ist und nicht etwa ein Ledergürtel oder eine weichere Streichelpeitsche.

Körperliche Züchtigung dient theoretisch der Erziehung des Mannes. Allerdings ist es ein Trugschluss, dass man durch Schläge eine echte Verhaltensänderung erreichen könnte. Wer echte Erziehungsabsichten gegenüber einem Mann hegt, sollte sich eher dem Thema Keuschhaltung widmen. Allerdings bin ich persönlich „echter Erziehung“ gegenüber etwas skeptisch. Ich mag zwar harten und intensiven BDSM, aber ich mag eher Männer, die etwas ungeschliffener sind und will niemanden umerziehen.

Schläge sind zum einen ein Symbol für das Machtgefälle zwischen der Frau und dem Mann. Zum anderen lösen sie eine körperliche Reaktion beim Untergeordneten aus, die eine Sadistin sehr schätzt.  Es ist das Zucken, das sich auf die Zähne beißen, die Reaktion der Haut, die mich anspricht. Zum anderen ist es natürlich ein Akt der Hingabe, dass der Mann das annimmt.

Junge Damen, die ihre Dominanz entdecken, stehen oft vor der Situation, dass sie mit sich hadern, ob man einem Mann wirklich mit so etwas schmerzhaften wie einem Stock auf den blanken Hintern schlagen sollte. Es ist ganz natürlich, dass man da am Anfang eine Hemmschwelle verspürt, die es zu überwinden gilt. Mein Rat an der Stelle ist, man muss es einfach machen. Natürlich sollte man nicht einfach als Anfänger (Und auch sonst nicht) einfach drauf los schlagen, sondern ein wenig an einem Kissen geübt haben. Auch sollte man nicht zu feste am Anfang schlagen, sondern sich unter der Beobachtung der Reaktionen des Gegenübers an die richtige Dosis herantasten.

Es gibt im Internet zahllose Warnhinweise und Guides, was man alles beachten sollte. Diese Hinweise sind gut und richtig und damit ich nicht wieder zahllose Emails bekomme, wie verantwortungslos junge Damen auf die arme Männerwelt loslasse nenne auch ich die wichtigsten Regeln, die man beachten sollte.

  1. Ein Rohrstock ist aus Rattan und nicht aus Bambus. Er sollte flexibel sein und keine Risse oder Bruchstellen aufweisen. Verletzungsgefahr bei Splittern!
  2. Man sollte das Ziel treffen. Ein Rohrstock kann sehr flexibel („whippy“) sein und man sollte das Handling vorher geübt haben, etwa an einem Sofakissen.
  3. Nur auf den Hintern und (sehr schmerzhaft) die Oberschenkel schlagen. Rücken und vor allem Nieren sollten auf keinen Fall getroffen werden.
  4. Der Hintern sollte vor allem bei härteren Schlägen vorher durch Schläge mit der Hand oder einer weichen Peitsche erwärmt und gut durchblutet werden, da man auf einem kalten Hintern eher die Haut aufplatzen lassen kann, was in der Regel unerwünscht ist.
  5. Besonders wichtig ist es, die Reaktion des Gegenübers zu beobachten und ihm nur das zuzumuten, was er auch verträgt. Ich empfehle langsam, in größeren Abständen und gezielt mit angemessener Härte (also nicht zu hart und nicht zu soft) zuzuschlagen.

Neben der Kontrolle der Situation und der Reaktion des Gegenparts ist es vor allem eine Herausforderung, als Frau die eigenen Hemmungen abzulegen. Dabei geht es nicht darum, dass man wild drauf los prügelt, sondern dass man sich bewusst macht, dass es in Ordnung ist, den Mann zu schlagen. Zum einen, weil man Lust darauf hat, zum anderen, weil er eingewilligt hat, sich auf diese Art der Beziehung oder des Spiels einzulassen. Platt formuliert könnte man sagen, er will es ja auch.

Woman with rattan school cane. Strict woman domination. BDSM con

Aller Anfang ist schwer

Letztendendes kommt es auch nicht auf das Instrument an, aber ein Rohrstock flößt Männern in aller Regel mehr Respekt ein, als eine weiche Streichelpeitsche. Und ein mulmiges Gefühl beim Mann auszulösen, wenn man ihm sagt, dass er die Hose runterlassen soll und sich über die Sofalehne beugen darf, ist durchaus ein erhebendes Gefühl, auf das ich ungern dauerhaft verzichten würde.

Viele Grüße,

Maria

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