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Schritt 4: Ein zivilisiertes Gespräch
Zunächst einmal sollte eine Anfängerin sich darüber klar sein, dass der devote Mann in aller Regel eine sehr klar Vorstellung davon hat, wie er sich das Treffen vorstellt. Vielleicht sehnt er sich nach dem Kuss der Peitsche, vielleicht hat er große Freude daran, als kleines Schweinchen betitelt oder anderweitig erniedrigt zu werden. Ich bin im letzten Abschnitt ja schon kurz auf das Thema „Topping from the Bottom“ eingegangen, mit dem sich Frau vermutlich öfter herumärgern muss.
Natürlich wird die Aufforderung sich auszuziehen sein Kopfkino weiter befeuern und ihm das Gefühl geben, dass er gute Chancen hat das zu bekommen, was er sich vorstellt. Ich rate dazu, sich nicht zur Erfüllungsgehilfin der Phantasien des devoten Mannes zu machen. Dabei sollte man mich nicht missverstehen. Es ist durchaus nicht nur in Ordnung, sondern auch gewollt, dass der Mann auf die ein oder andere Art auf seine Kosten kommt und etwas Positives aus der Verbindung zu einer dominanten Frau zieht. Aber das Schwingen der Peitsche ist eine Gunst und eine Form der Aufmerksamkeit, die sich der Mann hart erarbeiten muss. Zunächst einmal sollten sich seine Anstrengungen darauf konzentrieren, nicht wieder fortgeschickt zu werden.
Mir persönlich ist es bei einem ersten Treffen (bzw. dem ersten „Treffen“, natürlich hat vorher ein Kennenlernen an einem unverfänglichen, neutralen Ort stattgefunden) am Wichtigsten, dass ich den Mann kennenlernen kann und ihn sowohl äußerlich, vor allem aber auch innerlich besser einschätzen kann. Nach dem ich den Mann aufgefordert habe, sich zu entkleiden, bitte (ich befehle selten, meine Bitte hat aber dennoch den Anspruch auf Gehorsam) ich ihn, auf einem Stuhl Platz zu nehmen. Mit einem Paar professioneller Stahlhandschellen (Achtung: Produktplatzierung!) fixiere ich dann seine Arme auf dem Rücken, bevor ich ihm die Augen verbinde. Es ist erstaunlich, aber mit einem Mann, der nackt und mit verbundenen Augen gefesselt auf einem Stuhl sitzt, kann man sich erstaunlich gut unterhalten. Jedwede Ablenkung ist durch dieses Arrangement ausgeschlossen und man kann fühlen, wie der Mann auf die eigene Stimme hört und stark fokussiert ist. Die Tatsache, dass die Nacktheit auch einen guten Blick auf seinen Penis zulässt und damit jede kleinste Reaktion auf die eigene Stimme oder die verschiedenen Themen offen legt, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Mit verbundenen Augen unterhält es sich besser.
Ich nehme dann auf einem Sessel oder dem Bett Platz und betrachte ihn zunächst ein bisschen. In der Regel wird der Mann vor Erwartung und Spannung auf „das was da kommt“. Was kommt ist allerdings nicht eine Nippelklammer an seine Brustwarzen oder heißes Wachs auf seinem Schulter-Rücken-Bereich, sondern ein Interview. Ich stelle Fragen frage ihn nach seinen Wünschen, Ängsten, Dingen die ihn bewegen. Ich frage oft auch, warum er sich zu einer dominanten oder gar sadistischen Frau hingezogen fühlt. Die Liste der Gesprächsthemen und Fragen, die man einem Mann stellen kann ist lang. Ich versuche natürlich seine Neigungen und Abneigungen, seine Vorlieben und seine Tabus zu ergründen. Ich stelle aber auch persönliche Fragen, die nichts mit Sex oder BDSM zu tun haben.
Meiner Erfahrung nach, ist ein derartiges Gespräch ein sehr intimer, aber auch ein sehr intensives Erlebnis für den Mann. Vielleicht, weil es etwas von einer Beichte hat, vielleicht aber auch, weil er durch die Handfesseln und die Augenbinde wirklich gezwungen ist, sich nur auf meine Stimme und das Gespräch zu konzentrieren. Natürlich darf Frau auch dem Verlangen nachgehen, ihm bei einer unbefriedigenden Antwort etwas unsanft in die Brustwarze zu kneifen oder eine unerwartete Ohrfeige aus dem Nichts zu verabreichen. Aber im Mittelpunkt eines ersten Treffens steht für mich immer das intensive Gespräch mit einem nackten, gefesselten Mann der mit verbundenen Augen meine Fragen beantwortet und mir einen Einblick in sein Innerstes gibt.
Übrigens war bisher noch kein Mann enttäuscht, dass es – entgegen der eigenen Vorstellungen – beim ersten intimen Zusammenkommen nicht zu hartem BDSM gekommen ist, sondern es lediglich zu einem Gespräch gekommen ist. In seltenen Ausnahmefällen geht das erste Treffen dann auch direkt nahtlos in das zweite Treffen über, wenn man schon mal einen gefesselten Liebhaber in seinen Fängen hat, kann man ja nach dem Gespräch auch noch ein wenig Spaß miteinander haben. Aber das zu entscheiden überlass ich jeder geneigten Leserin selbst.
Ich hoffe, dass ich mit diesem kleinen Artikel den ein oder anderen Impuls bzw. die ein oder andere Inspiration geben konnte, wie man ein erstes Treffen gestalten kann. Natürlich obliegt es jeder Dame selbst, wie sie ihre Dominanz ausleben möchte und wie ein Treffen, vor allem das erste Treffen, abzulaufen hat. Wenn sich aber die ein oder andere durch mich ein wenig inspiriert fühlt, freue ich mich.

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